Orgel im Dialog mit Rilkes Stundenbuch:
Musik gespielt von Johannes Krutmann an Orgel und Portativ im Wechsel mit Texten aus Rilkes Stundenbuch.
Geplantes Musikstücke
William Byrd:
A Fancie
aus “My Ladye Nevells Booke” (London, 1591)
Sellingers Rownde
Variationen über einen englischen Kontratanz
aus “My Ladye Nevells Booke” (London, 1591)
Magister Perotin (um 1160 – ca. 1225):
Beata viscera Mariae virginis
Conductus für Portativ aus „Magnus liber organi“ (Notre-Dame-Schule, Paris)
Carson Cooman (*1982):
Rondeau – Nenia – Lauda
aus „Tres novas cantigas“ op. 1087
für Portativ (2014, Cambridge USA)
Bernardo Storace (ca. 1637-1707):
Ciaccona in C
(aus „Selva di varie compositioni”, Venedig 1664)
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750):
Concerto d- Moll BWV 974
nach Alessandro Marcello
Andante – Adagio – Presto
Johannes Krutmann schätzt, lebt und liebt die Möglichkeit, als Musiker eine große Vielseitigkeit zu pflegen und sich als Organist, Cembalist und Chorleiter, aber auch als Initiator, Herausgeber, Lehrender und Orgelsachverständiger kreativ betätigen und künstlerisch ausdrücken zu können.
Musik in unterschiedlichen Kontexten zu erleben ist für ihn immer wieder eine Möglichkeit, kreative Zugänge und Konzepte zu neuen und alten Klängen zu entwickeln, wobei besonders die Musik in der Liturgie einen kontinuierlichen Fokus bildet. Starke Impulse sind darüber hinaus interessante, oft historische Instrumente, faszinierende Räume, genreübergreifende Projekte oder interkulturelle Begegnungen. In Anerkennung des ökumenischen und interkulturellen Engagements erhielt er 2011 den Kulturpreis der Stadt Hamm.
Zwischen Armut und Fülle, Stille und Schrei, erzählt das „Stundenbuch“ Rilkes von einem Gott, der nicht fern über den Himmeln thront, sondern im Dunkel der eigenen Seele wohnt, scheu und unergründlich. Die Gedichte lesen sich wie Psalmen eines modernen Beters, der in jedem Ding, in jeder Regung des Lebens eine verborgene Antwort Gottes zu erahnen sucht.